Die Rede ist vom Queen Bee Syndrom. Es sorgt immer wieder für Diskussionen, Schuldzuweisungen und Unsicherheiten unter weiblichen Führungskräften.
Aber was steckt wirklich dahinter?
Ist das Queen Bee Syndrom ein Zeichen für fehlende Frauensolidarität oder doch eher das Resultat eines Systems, das Frauen gegeneinander ausspielt? Und vor allem: Wie können weibliche Führungskräfte in einer Männerdomäne diesen Kreislauf durchbrechen?
Was bedeutet Queen Bee?
Die Ursprünge des Begriffs reichen bis in die 1970er Jahre zurück. Damals wurde das Syndrom als Konkurrenzkampf unter Frauen um die Aufmerksamkeit und Anerkennung in männerdominierten Branchen beschrieben.
Das Queen Bee Syndrom beschreibt ein Verhalten, bei dem Frauen in Führungspositionen andere Frauen als Konkurrenz wahrnehmen und sie weniger fördern, oft sogar aktiv behindern.
Typische Merkmale sind:
- Self-Group Distancing: Frauen passen sich der „bevorzugten Gruppe“ (Männer) an, um nicht mit der als „niedriger“ wahrgenommenen Gruppe (Frauen) verbunden zu werden.
- Maskuline Merkmale: Weibliche Führungskräfte übernehmen oft Verhaltensweisen von Männern, weil diese für sie fälschlicherweise als Schlüssel zum Erfolg gelten.
- Legitimierung der Geschlechterhierarchie: Frauen verharmlosen geschlechtsspezifische Diskriminierungen im Arbeitsumfeld, selbst bei klarer Ungleichheit.
Systemfehler statt Zickenkrieg?
Es ist zu einfach, das Queen Bee Syndrom als „typischen Konkurrenzkampf unter Frauen“ abzutun.
Vielmehr ist es ein Symptom systemischer Diskriminierung: Wenn Frauen im Arbeitsleben weniger Chancen bekommen, entsteht ein Klima der Konkurrenz statt der Kooperation.
Der Fokus auf das Verhalten einzelner Frauen lenkt vom eigentlichen Problem ab: den strukturellen Hürden, die Frauen den Aufstieg erschweren. Wo Unternehmen aktiv Gleichstellung fördern, tritt das Queen Bee Syndrom deutlich seltener auf. Das bedeutet: Nicht Frauen sind das Problem, sondern Strukturen, die Konkurrenz und Knappheit erzeugen.
Was bedeutet das für dich als weibliche Führungskraft?
Gerade in männerdominierten Branchen sind Frauen in Führungspositionen doppelten Herausforderungen ausgesetzt: Sie müssen sich nicht nur gegen männliche Kollegen behaupten, sondern auch mit dem Vorwurf umgehen, andere Frauen nicht zu unterstützen. Das erzeugt Druck und Unsicherheit und kann dazu führen, dass weibliche Führungskräfte sich noch mehr abgrenzen, um nicht angreifbar zu sein.
Ein Lösungweg: Frauensolidarität.
Immer mehr weibliche Führungskräfte setzen sich aktiv für andere Frauen ein und schaffen so eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Die Forschung fordert eine Transformation in den organisationalen Richtlinien und Praktiken, um ein diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen.
Praktische Strategien für mehr Sisterhood:
Veränderungen: Setze dich für faire Strukturen ein.
Erfolge: Teile Erfolge und gib Anerkennung weiter.
Netzwerke: Pflege Kontakte zu anderen Frauen in Führung.
Mentoring: Engagiere dich als Mentorin für jüngere Kolleginnen.
Kommunikation: Sprich offen über Herausforderungen und Erfahrungen.
Female Leadership statt Queen Bee!
Das Queen Bee Syndrom ist kein unausweichliches Schicksal, sondern das Resultat von Strukturen, die Frauen in einer Männerdomäne in Konkurrenz zueinander bringen. Es ist eine Reaktion auf Ungleichheit und Diskriminierung, nicht ein intrinsisches Merkmal von Frauen. Je mehr du dir dessen bewusst wirst, desto mehr prägst du echtes Female Leadership.
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