Welche Aufgaben werden Führungskräfte im mittleren Management in Zukunft haben?

Aufgaben: Manager sucht mit dem Fernrohr, welche Aufgaben in der KI Ära künftig Wirkung erzeugen.
Führungskräfte im mittleren Management werden künftig vor allem Aufgaben ausüben, mit denen sie den Wandel in ihrem Bereich gestalten. In den Fokus werden die hybride Orchestrierung zwischen Mensch und KI und Wertbeiträge rücken, die einen messbaren Nutzen schaffen.

Führungsaufgaben verändern sich mit zunehmendem Einsatz von KI

McKinsey beschreibt bereits 2023, dass generative KI den Schwerpunkt von Beschäftigung hin zu wertschöpfender Führung verlagern kann.

Reporting, Analyse und Koordination waren lange Zeit sichtbare Belege der Führungsleistung von Mittelmanagern. Je mehr davon digitalisiert wird, desto stärker rückt die Frage in den Fokus, mit welchen Aufgaben Führungskräfte zukünftig in der Organisation Wirkung erzielen.

In meinen jüngsten Gesprächen kristallisieren sich vor allem die nachfolgend genannten Aufgaben im Zusammenhang mit der KI-Ära heraus.

Die hybride Orchestrierung zwischen Menschen und KI wird essenziell

Schattenexperten einbinden und Insellösungen rasch auflösen

Mit KI entstehen Wissensvorsprünge oft schneller als bisher, weil Mitarbeitende unterschiedlich intensiv experimentieren und oft eigene Lösungen entwickeln. Wenn diese Erfahrungen im Verborgenen bleiben, können ganz rasch informelle Abhängigkeiten und parallele Arbeitsweisen entstehen.

Für Führungskräfte bedeutet das, Experten zu erkennen und deren Wissen im Team zu teilen. Anwendungen und Erkenntnisse sind sichtbar zu machen und in unternehmerische Prozesse zu integrieren, bevor einzelne Mitarbeitende zu Gatekeepern werden.

Wildwuchs an Aufgaben bei höherer Führungsspanne verhindern

Gerade flacher werdende Hierarchien und KI-Automatisierung bringen mit sich, dass mehr Mitarbeitende in dasselbe Führungsprofil gepresst werden. Damit steigt die Gefahr, dass aufgrund mangelnder Zeit individuelle Entwicklungen auf der Strecke bleiben und darüber hinaus auch noch der informelle Austausch wegfällt.

Damit Aufgaben nicht ohne formelle Zuständigkeiten entstehen, braucht es klare Rollenprofile, Schnittstellen, Verantwortlichkeiten und strukturelle Anpassungen. Über geklärte Bedingungen und Leitplanken zu steuern schafft Orientierung im Team und gibt Führungskräften Raum für die Ausgestaltung ihrer Wertbeiträge.

Hypothesen zu Machbarkeiten und Rentabilität aufstellen

KI-Initiativen für den eigenen Bereich müssen frühzeitig auf ihre operative Realität geprüft werden. Oft klaffen technisches Potenzial und der tatsächliche Nutzen weit auseinander. Das kann dann passieren, wenn Technologie isoliert betrachtet wird, ohne die historisch gewachsenen Strukturen zu berücksichtigen.

Statt Machbarkeiten und Ergebnisse vorschnell anzunehmen, sollten Führungskräfte für ihre KI-Initiativen Hypothesen aufstellen, um Risiken aufzudecken und zu überprüfen. Dabei geht es darum, zu testen, was als richtig oder falsch bewertet werden kann. Das ermöglicht, Machbares und Rentables herauszufiltern.

Voreilige Entscheidungen über den Zugang zu KI-Tools verhindern

Der Zugang zu KI-Tools wird häufig gewährt, bevor klare Bedingungen für die Nutzung formuliert sind. Das birgt erhebliche Risiken für die Datensicherheit, die Compliance und die Qualität der Arbeitsprozesse.

Damit sensible und vertrauliche Daten und geschützte Quellcodes nicht in Prompts öffentlich zugänglicher KI-Dienste landen, braucht es ein klares betriebliches Fundament. Wer die zuständigen Fachexperten einbindet, schafft eine wichtige Voraussetzung dafür, dass KI transparent, rechtskonform und verantwortungsvoll eingesetzt und genutzt wird.

Mikromanagement durch datengestützte Vertrauenskultur ersetzen

Führung in der KI-Ära wird künftig bedeuten, mehr zu delegieren und weniger anzuweisen. Relevanter werden Unterstützung, Eigenverantwortung und messbare Ergebnisse. Das setzt klare Arbeitsaufträge und valide Daten voraus sowie ein Umfeld, in dem psychologische Sicherheit und Vertrauen herrschen.

Permanente Eingriffe in die Aufgaben des Teams und laufende Kontrollen verlieren an Wert. Datenbasierte Fakten hingegen ermöglichen, dass das vorhandene Potenzial im eigenen Bereich voll ausgeschöpft werden kann. Entscheidungen können rascher getroffen und Wettbewerbsvorteile schneller generiert werden.

Führungsaufgaben werden zukünftig am messbaren Nutzen bewertet

Gerade jetzt im Wandel entsteht oft hoher Druck. Das führt dazu, ständig beschäftigt zu sein. Damit fehlt die Zeit, Trends und Umbrüche zu hinterfragen und die eigenen Aufgaben als Führungskraft im Zusammenhang mit den sich abzeichnenden Veränderungen in der KI-Ära auf den Prüfstand zu stellen.

Wer auch morgen noch in der Organisation Wirkung erzielen will, sollte spätestens heute damit beginnen, nicht in Aufgaben, sondern in Wertbeiträgen zu denken. Das sind jene Aufgaben, die einen messbaren betrieblichen Nutzen schaffen. Relevant ist dabei, sie so zu gestalten, dass Wertbeiträge mit Veränderungen mitwachsen.

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