Mit Selbstregulation zu mehr Female Power

Drei Steine liegen übereinander im Wasser und man sieht ihr Spiegelbild.
Als Frau in einer Männerwelt reicht rein positives Denken nicht. Entscheidend ist, deine inneren Saboteure zu überlisten und Energie für Veränderungen zu mobilisieren. Mit WOOP gelingt dir das.

Deine Key-Take-Aways

  • Ziele geben Richtung und fördern Wachstum.
  • Rein positives Denken verleitet zum Träumen.
  • Erst der Bezug zur Realität mobilisiert Energie.
  • Selbstregulation hilft dir, in Balance zu bleiben.
  • WOOP verknüpft Hindernisse mit Handlungen.

In männlich geprägten Umfeldern entstehen oft Situationen, die von dir als Frau und Führungskraft viel mehr verlangen, als im Außen sichtbar ist.

Ob du in Gesprächen regelmäßig unterbrochen wirst oder deine Beiträge in Meetings systematisch ignoriert werden: Vieles davon passiert unbewusst und bleibt unausgesprochen.

Schneller sprechen, nichts mehr sagen, zurückziehen oder vorsichtig fragend formulieren sind oft reflexartige Reaktionen.

Doch diese Automatismen haben ihren Preis: Erschöpfung, die sich langsam aufbaut, nagender Selbstzweifel, der deine Kompetenz infrage stellt oder Overthinking, das dich nachts wachhält sind nur einige mögliche Folgen.

Genau hier beginnt jener Teil von Führung, der selten Beachtung findet und dennoch entscheidend dafür ist, in solchen Momenten bewusst zu handeln: wirksame innere Prozesse.

Bevor wir tiefer einsteigen, sehen wir uns an, warum rein positives Denken nicht reicht.

Was sind die Tücken des positiven Denkens?

Positives Denken fühlt sich gut an, keine Frage. Aber allein die Vorstellung eines schönen Zieles erzeugt noch keine Bewegung dorthin.

Wenn die Gedanken ausschließlich beim gewünschten Ziel bleiben, erleben wir es innerlich bereits. Unser Kopf lehnt sich entspannt zurück, während die Energie, die wir bräuchten, um wirklich loszugehen, ausbleibt.

Was uns beim rein positiven Denken fehlt, ist der Blick auf das, was uns innerlich bremst. Nicht die äußeren Hürden, die sehen wir meist sehr klar. Sondern das größte innere Hindernis, das uns davon abhält, das gewünschte Ziel zu erreichen.

Wie entsteht Selbstregulation?

Selbstregulation im Sinne von WOOP bedeutet, diesen Kontrast zwischen Ergebnis und Hindernis bewusst zuzulassen. Das innere Hindernis nicht nur zu identifizieren, sondern auch lebhaft zu fühlen und zu imaginieren, genauso wie das gewünschte Ergebnis.

Der Kontrast zwischen einem gewünschten Ergebnis und dem größten inneren Hindernis erzeugt einen Moment der Spannung (kognitive Dissonanz) und mobilisiert mentale und physische Energie, also Energie, die benötigt wird, um ins Tun zu kommen.

Im nächsten Schritt wird das innere Hindernis mit einer konkreten Gegenmaßnahme verknüpft: einem Wenn-Dann-Plan. So entsteht durch regelmäßige Anwendung eine automatische Reaktion für den Moment, in dem das Hindernis auftaucht.

Genau das macht Selbstregulation wirksam und stabil.

Was ist WOOP?

WOOP steht für Wish (Wunsch / Ziel), Outcome (Ergebnis), Obstacle (Hindernis) und Plan. Es handelt sich um eine wissenschaftliche 4-Schritte-Methode, die Mentale Kontrastierung mit Implementation Intentions kombiniert. So gelingt es, innere Hindernisse mit Maßnahmen zu verbinden und Ziele leichter zu erreichen.

Der Schlüssel zur Veränderung liegt im Zusammenspiel der beiden Kernkomponenten: der Mentalen Kontrastierung und den Implementation Intentions. Gemeinsam schaffen sie jenen inneren Prozess, der aus einem Wunsch ein umsetzbares Ziel macht.

Das sind die Ergebnisse aus über 20 Jahren Forschung von Prof. Dr. Gabriele Oettingen und ihrem Team.

Mentale Kontrastierung

bedeutet, die mit dem gewünschten Ergebnis und dem größten inneren Hindernis verbundenen Gedanken und Gefühle nebeneinanderzustellen. Dieser Kontrast mobilisiert Energie. Wenn das größte innere Hindernisse als überwindbar eingeschätzt wird, wird die Zielbindung verbindlich.

Implementation Intention

ergänzt das Mentale Kontrastieren durch einen konkreten Wenn-Dann-Plan, also eine Absicht zur Umsetzung. Das größte innere Hindernis wird mit einer Gegenmaßnahme verknüpft. Erst diese Kombination macht WOOP so wirksam.

Wie funktioniert WOOP in der Praxis?

Sehen wir uns die einzelnen Schritte nochmals im Überblick an:

  1. Wish (Wunsch): Formuliere deinen wichtigsten Wunsch als Ziel.
  2. Outcome (Ergebnis): Formuliere und imaginiere das beste Ergebnis.
  3. Obstacle (Hindernis): Identifiziere und imaginiere dein größtes inneres Hindernis.
  4. Plan (Wenn-Dann): Lege eine Maßnahme fest, wenn das Hindernis auftritt.

Jetzt verbinden wir die Theorie mit der Praxis anhand eines Beispiels:

Herausforderung: „Ich werde in Gesprächen regelmäßig unterbrochen.“

W: Ich setze klare Grenzen.
O: Ich habe mehr Gelassenheit, Selbstwirksamkeit, Humor.
O: Meine innere Stimme sagt: „Ich sag jetzt gar nichts mehr.“
P: WENN meine innere Stimme sagt: „Ich sag jetzt gar nichts mehr“, DANN sage ich laut und bestimmt, mit einer Brise Humor: „Einen Moment, ich bin noch nicht fertig.“

Durch regelmäßige Anwendung wird dieser Plan automatisiert. Das innere Hindernis wird zum Auslöser für die gewünschte Gegenmaßnahme, ohne dass du jedes Mal bewusst darüber nachdenken musst.

Welche Veränderungen kannst du erwarten?

WOOP ist keine einmalige Technik, sondern eine metakognitive Selbstregulationsstrategie, also Denken über deine eigenen Gedanken.

Die regelmäßige Anwendung führt zu konkreten Veränderungen:

  • Statt Erschöpfung → Motivation
  • Statt Selbstzweifel → Selbststeuerung
  • Statt Overthinking → Klarheit

WOOP stärkt deine Fähigkeit, innere Saboteure zu überlisten, passende Gegenmaßnahmen zu entwickeln, Meister über deine Gedanken zu werden, Machtbewusstsein zu entwickeln und dein Verhalten selbstbestimmt zu steuern.

Indem du dich auf realisierbare Ziele fokussierst und Energieräuber eliminierst, steuerst und balancierst du deine Energie. Du baust mentale Stärke auf und wirkst souveräner.

FAQ zur Unterstützung:

Was ist der Unterschied zwischen WOOPen und rein positivem Denken?

Der entscheidende Unterschied liegt im Umgang mit der Realität. Rein positives Denken verleitet dazu, das Ziel bereits als erreicht zu fühlen, wodurch die benötigte Energie zum Handeln ausbleibt. WOOP hingegen nutzt die Mentale Kontrastierung: Es kombiniert die positive Visualisierung des gewünschten Ergebnisses bewusst mit der realistischen Identifizierung des größten inneren Obstacle. Dieser Kontrast mobilisiert Energie und macht die Zielbindung verbindlicher.

Ist WOOP nur für Frauen in Führungspositionen geeignet?

Nein, WOOP ist eine wissenschaftlich fundierte mentale Strategie, die von jedem angewendet werden kann, der Ziele effektiver erreichen und innere Hindernisse überwinden möchte. Der Fokus in diesem Beitrag liegt auf den spezifischen Herausforderungen von Frauen und Führungskräften in männlich geprägten Umfeldern. Die Strategie selbst ist universell einsetzbar, egal, ob es um Karriere, Gesundheit oder persönliche Entwicklung geht.

Wenn du als Frau und Führungskraft in einer Männerdomäne in Gesprächen nicht mehr unterbrochen oder in Meetings nicht mehr ignoriert werden möchtest, sondern dich authentisch und strategisch positionieren willst, unterstütze ich dich gerne. Klicke HIER und sichere dir dein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir.

Weitere Themen im Blog